Forschungsprojekte
NATACHA
Mobile Internet Kommunikation erfährt zur Zeit im Bereich der privaten und kommerziellen Nutzung eine rapide Entwicklung und Ausbreitung. Alle Typen von Informationsprozessen sind dabei nahtlos mit Informations-Netzwerken verlinkt. Die Kommunikationsmöglichkeiten von Passagieren in der kommerziellen Luftfahrt sind heutzutage jedoch noch sehr eingeschränkt. Die vorhandenen Kommunikationssysteme basieren auf speziellen Luftfahrtstandards und sind nicht geeignet für die aufkommende hohe Anzahl von verschiedenen Informations-Services der nächsten Generation, die von der Flugzeugcrew und den Passagiere genutzt werden wollen.

Um dieses Defizit zu kompensieren, wird im Projekt NATACHA eine neue Generation mobiler Echtzeit Internet-Verbindungen für die Nutzung in Flugzeugen via bi-direktionaler Breitband-Satellitenverbindungen konzipiert, entwickelt und bereitgestellt.

Das Projekt fokussiert dabei auf den Bereich der luftgestützten Komponenten des Kommunikationssystems und auf die Schnittstelle zur Satellitenverbindung.

Das Projektergebnis von NATACHA wird zum einen eine Internet Kommunikations-infrastruktur sein, zum anderen eine Onboard-Plattform für Applikations-Services liefern. Diese Plattform während der gesamten Flugzeit in Boden-Kommunikationsnetzwerke einzubinden, steigert im starken Maße die Effizienz der Betriebsabläufe der Airlines und führt zu einem großen Benefit für die Flugpassagiere.

Die Aufgabe von CeBeNetwork in diesem Projekt ist die Identifizierung von Pilotanwendungen und der Aufbau und die Einrichtung der Onboard-Plattform.

VIKTORIA
Die in heutigen Flugzeugen eingesetzte Elektronik wurde bereits vor 10 Jahren und früher entwickelt und damalige Standards gelten bis heute als Richtlinie für die Entwicklung neuer Techniken. Doch neue Anforderungen übersteigen oftmals die Fähigkeiten dieser Standards und verursachen so in der Entwicklung unverhältnismäßig hohe Kosten. Das Forschungs-projekt VICTORIA bereitet die europäische Luftfahrtindustrie auf die Entwicklung einer neuen Flugzeugelektronik vor.

Elektronik ist ein kritischer Teil der zivilen Luftfahrt in Bezug auf Flugeffizienz, Sicherheit und Kosten. Die Konkurrenz auf dem weltweiten Markt der Flugzeughersteller und Ausrüster erfordert neue offene Standards und generische Architekturlösungen für kommende Entwicklungen. Das Projekt VICTORIA soll ausgewertete Grundtechniken, Standards und Werkzeuge dazu liefern. Innerhalb der nächsten 20 Jahre könnten damit in Europa neue modulare Elektroniksysteme entwickelt werden.

Eine tragende Rolle in den zu-künftigen Flugzeugen kommt dem Bereich "Passenger and Crew Electronic System" kurz PCES zu. Im Gegensatz zu der Flugzeugelektronik wird hier die Anforderung durch die Entwicklung der Computerindustrie bestimmt. Die Nutzung von heutigen Informationstechnologien wie E-Mail und Internet über Ethernet, Wireless LAN oder ISDN soll den Passagieren während des Fluges ermöglicht werden. Dabei sollen neueste Verbindungstechniken wie z.B. Bluetooth auch in Zukunft leicht zu integrieren sein. Dieser Anspruch erfordert eine hohe Flexibilität und Robustheit von den entwickelten Standards und Systemen. In VICTORIA arbeiten unter der fachlichen Leitung unseres Mitarbeiters Andreas Brox griechische, französische, portugiesische und deutsche Firmen an den Standards und Systemen für die Realisierung der ersten Prototypen im Bereich PCES. Hauptaugenmerk liegt hierbei in der Entwicklung von spezieller Software für Kabinen Crew, Wartungspersonal und Passagiere sowie auf dem Einsatz von Ethernet-Technik. Die vorgesehenen Informations-technologien für die Passagiere erfordern eine hohe Absicherung gegen unerlaubte Zugriffe auf andere Kabinen- oder Crew-Systeme.

Des weiteren spielen Strahlungseinflüsse und die Vermeidung von Wechselwirkungen mit der Flugzeugelektronik eine wesentliche Rolle. Ebenso erzwingen Gewicht- und Kostenlimi-tierungen eine modulare Architektur mit geringer Anzahl an Servern und Komponenten.

Das 80 Millionen Euro umfassende europäische Forschungsprojekt wird im Juli 2004 seinen geplanten Abschluss finden.